Labordiamanten werden heute mit zwei Verfahren hergestellt: CVD und HPHT. Beide erzeugen echte Diamanten, auf unterschiedlichem Weg.
CVD: Chemische Gasphasenabscheidung
Eine dünne Diamantscheibe (der „Keim") liegt in einer Vakuumkammer, die mit kohlenstoffhaltigem Gas gefüllt ist. Mikrowellenenergie erzeugt ein Plasma, und Kohlenstoffatome lagern sich Schicht für Schicht auf dem Keim ab. Nach einigen Wochen entsteht ein Rohkristall, meist in flacher, quaderförmiger Form.
HPHT: Hochdruck, Hochtemperatur
Hier werden die Bedingungen im Erdinneren nachgebildet: Kohlenstoff wird mit einem Metallkatalysator extremem Druck und Temperaturen um 1.400 °C ausgesetzt. Der Diamant wächst in einer großen Presse, oft in würfel-oktaedrischer Form.
Sieht man einen Unterschied?
Nein. Nach Schliff und Politur sehen CVD- und HPHT-Diamanten gleicher Qualität identisch aus. Nur Speziallabore erkennen das Verfahren an Wachstumsmerkmalen.
Nachbehandlung
Manche CVD-Diamanten werden nach dem Wachstum behandelt, um die Farbe zu verbessern. Das ist üblich und dauerhaft, muss aber im Gutachten angegeben sein.
Welches Verfahren ist besser?
Keines ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist der einzelne Stein: Schliff, Farbe, Reinheit und ein unabhängiges Gutachten (IGI oder GIA).
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